
Ganz normale Frauen? Über Täterinnen im Nationalsozialismus
Die nationalsozialistische Geschlechterordnung war zutiefst patriarchal und heteronormativ strukturiert. Männer galten als die Überlegenen, als Macher und Krieger, während Frauen mit dem Auftrag ins Heim verwiesen wurden, als „Quelle der Nation“ möglichst viele Kinder für die Volksgemeinschaft zu gebären. Und dennoch gab es Frauen, die aktive Nationalsozialistinnen waren und genau dadurch aus der Rolle fielen: Sekretärinnen, die Massenerschießungen von Juden und Jüdinnen im besetzten Osteuropa zur Unterhaltung besuchten; KZ-Aufseherinnen, die folterten; Krankenpflegerinnen, die ihren Patienten tödliche Injektionen setzten. Der Vortrag stellt exemplarisch verschiedene Fälle und Typen weiblicher Täterschaft vor, ordnet sie in Bezug auf NS und Gender ein und gibt damit einen Einblick in die Forschung zum Thema Täterschaft.
Eine Veranstaltung des Jugendclub Courage Köln und der LC36

Das Ende von Rojava?
Die politische und humanitäre Lage in Nordostsyrien (Rojava) bleibt angespannt. Nach Jahren des Krieges, wiederholten militärischen Eskalationen und anhaltender internationaler Isolation stehen die Menschen in der Region weiterhin vor enormen Herausforderungen. Das Integrationsabkommen mit Damaskus hat zwar vorerst zu Frieden geführt, wirft aber viele Fragen auf – Ausgang ungewiss. Was bleibt erhalten von der kurdisch geprägten Selbstverwaltung, können lokale zivilgesellschaftliche Strukturen, demokratische Selbstverwaltung, Frauenrechte und ein friedliches Zusammenleben unter den neuen Bedingungen aufrechterhalten werden?
Anita Starosta von der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international reist seit vielen Jahren in die Region, zuletzt war sie Ende Januar vor Ort. Sie wird Einblicke in die politischen Entwicklungen, die humanitäre Lage sowie die Arbeit lokaler Partnerorganisationen geben.
medico international unterstützt seit über zwölf Jahren Nothilfe, Menschenrechtsarbeit und Einsatz für Frauenrechte in der Region.




